Integration als Lebenstraum

Was wäre eigentlich, wenn Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben könnten? Was wäre, wenn sich Mitbewohner – egal ob benachteiligt oder nicht – auf Augenhöhe eine Wohngemeinschaft teilen und tägliche Aufgaben gemeinsam bestreiten? 1983 kam dem damaligen Studenten Rudi Sack genau diese Idee, die ihn seitdem nicht wieder loslassen sollte. Zusammen mit Freunden überlegte der damalige Student, wie so etwas zu bewerkstelligen sei und stieß schnell auf den damals bereits bestehenden Verein Gemeinsam Leben Lernen (GLL).

Ein langer Weg beginnt

Was die Freunde damals noch nicht wussten: Es sollte noch acht Jahre voller Höhen und Tiefen dauern, bis die erste integrative WG die ersten Mitbewohner beherbergen konnte. So mussten skeptische Eltern der Menschen mit Behinderung, Geldgeber und Verantwortliche zunächst von dem damals völlig neuartigen Wohnkonzept überzeugt werden. Auch galt es, ein geeignetes Haus für das erste Wohnprojekt in München zu finden. Doch die Leidenschaft für die neue Form der Integration, der Wille etwas zu verändern und nicht zuletzt das Wissen etwas Neues schaffen zu können, gaben immer wieder Motivation und Kraft für den langen Weg.

Das integrative Konzept

Menschen mit und ohne Behinderung unter einem DachEiner der ersten Bewohner heißt Elmar. Erst kürzlich ist er aus der auf dem Namen „Villa mmhh“ getauften Wohngemeinschaft ausgezogen, um in einer der mittlerweile acht weiteren Wohnprojekte in München zu wohnen. Diese funktionieren immer so, dass fünf Menschen mit Behinderung und vier ohne Behinderung zusammen leben. Dazu kommen unterstützend noch eine Sozialpädagogin und ein FSJ-Mitarbeiter. Bei den Nichtbehinderten handelt es sich oft um Studenten, die dort kostenlos wohnen. Dafür helfen sie wenige Tage im Monat in der WG und sorgen für Abendessen oder begleiten Wochenendausflüge.

Ein Herz für Integration

Wenn Rudi Sack, heute Geschäftsführer des GLL, von dem integrativen Wohnprojekt erzählt, spürt man die tiefe Verbundenheit mit der Behindertenszene und die Freude über jede gelungene Integration. Sogar Nachbarn bleiben nicht unberührt von den Wohngemeinschaften. Wir durften hautnah miterleben, wie bereichernd diese Form des Zusammenlebens für Bewohner mit und ohne Behinderung ist und berichten hier davon.

Verwandte Seiten: Videogeschichte: Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach, Der Trägerverein Gemeinsam Leben Lernen e.V.

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