Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach

Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker von Alexander und Elmar, die seit ihrer Kindheit das Down-Syndrom haben und beste Freunde sind. Während sich beide für den Arbeitstag vorbereiten, deckt ein studentischer Mitbewohner bereits den Frühstückstisch. Etwas später, wenn die meisten der übrigen sechs Mitbewohner noch schlafen, trällert der Toaster wie gewohnt fröhlich die FC-Bayern Hymne. Gegen 8 Uhr startet Bernd in den Tag, der seit vier Jahren Mitbewohner der integrativen Gemeinschaft ist. Bevor er das Haus verlässt und für die Kantine der Allianz Gebäck für die Belegschaft zubereitet, füttert er noch schnell seinen Kanarienvogel Hugo.

Wie eine Familie

Insgesamt leben neun Menschen mit und ohne Behinderung in dem auf den Namen „Villa mmhh“ getauften Haus mitten im Herzen von München. Trotzdem beschreibt der 23-jährige Auszubildende Mike die Wohngemeinschaft als völlig normal und spricht am Ende des Interviews sogar von einer großen Familie, obwohl er selbst erst seit wenigen Monaten Mitbewohner ist. Tatsächlich unternehmen die Mitbewohner fast jedes Wochenende gemeinsame Ausflüge ins Grüne, trinken Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, feiern Feste, sehen Abends gemeinsam fern oder spielen Karten. Einmal im Jahr fahren alle Mitbewohner sogar zusammen für eine Woche in den Urlaub.

Geregelte Tagesabläufe helfen behinderten Mitbewohnern

Nachdem Elmar und Alexander von der Lebenshilfe Werkstatt nach Hause kommen, wo sie bei der Lackierung von Autoteilen helfen, hat Alexander heute noch eine weitere Aufgabe. Gemeinsam mit Mike befüllt er zunächst den WG-Kühlschrank. Anschließend stehen beide in der Küche. Sie haben heute Dienst und bereiten das Abendessen für die übrigen Mitbewohner vor. Mike zahlt dafür genauso wie seine übrigen nicht behinderten Mitbewohner keine Miete. Auf diese Weise kocht jeder ein bis zweimal pro Woche für alle anderen, die sich dann einfach nur an den gedeckten Tisch setzen brauchen. Mit Vorliebe sorgt Alexander währenddessen gern für zusätzliches Gelächter, indem er seine Mitbewohner neckt und kitzelt.

Bereicherung für Alle

Das anlässlich des Geburtstags der integrativen Wohngemeinschaft gefeierte Fest ist nur ein Beweis für die vielen entstandenen Freundschaften und lebensbereichernden Beziehungen, die diese in den letzten 25 Jahren hervorgebracht hat. Viele der ehemaligen Mitbewohner – egal ob mit oder ohne Behinderung – kommen noch Jahre nach dem Auszug zum Fest und feiern ausgelassen mit alten und neuen Mitbewohnern. Oft erzählen sie dabei mit Begeisterung von ihrer Zeit in der integrativen Gemeinschaft, die nicht zuletzt durch ihre tolle Gastfreundschaft auffällt.

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